Quartiermobil

QuartierMobil Multimodal und nachhaltig gemanagt

Persistenz und Dynamik im Quartier –

Strategien zur Zukunft urbaner Mobilität

Was ist QuartierMobil?

QuartierMobil“ ist ein Forschungsprojekt im Rahmen der Fördermaßnahme „Umsetzung der Leitinitiative Zukunftsstadt“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Es untersucht neue Möglichkeiten der Mobilitäts- und Verkehrsentwicklung in Quartieren. Dabei werden Siedlungs- und Verkehrsentwicklung zusammengeführt. Der Fokus richtet sich auf die Menschen, ihre Mobilität und ihre Bedürfnisse. Das Projekt läuft drei Jahre. Im Rahmen von QuartierMobil werden zwei Reallabore untersucht: Die Lincoln-Siedlung in Darmstadt als neu zu entwickelndes Quartier sowie der Stadtteil Bornheim in Frankfurt als Bestandsquartier.

Reallabor bedeutet, dass – anders als in den in der Wissenschaft üblichen „geschlossenen Räumen“ – Fachleute aus Wissenschaft, Planungspraxis und Gesellschaft in einem „offenen Handlungsraum“ gemeinsam an konkreten Themen arbeiten.

Wer ist beteiligt?

Es besteht eine Kooperation zwischen den beteiligten Städten, Planungsbüros und Universitäten. Die Federführung des Reallabors Lincoln-Siedlung liegt beim Mobilitätsamt der Stadt Darmstadt, Abteilung Konzeptionelle Mobilitätsplanung. Enger Kooperationspartner ist dabei das Darmstädter Büro StetePlanung. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch die Arbeitsgruppe Mobilitätsforschung der Goethe-Universität Frankfurt a.M. und den Lehrstuhl für Vergleichende Regierungslehre und Politikfeldanalyse der TU Braunschweig.

Warum beteiligt sich Darmstadt?

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist eine wachsende Stadt. Bis 2035 wird von einem zusätzlichen Wohnungsbedarf in Höhe von 18.000 Wohneinheiten ausgegangen. Damit verbunden ist i.d.R. ein entsprechendes Wachstum des Verkehrsaufkommens. Gleichzeitig stoßen in Darmstadt die Kfz-Verkehrsbelastungen schon heute an ihre Grenzen. In diesem Zielkonflikt zwischen Bedarf an Wohnraum einerseits und der Notwendigkeit der Beschränkung des Kfz-Verkehrs andererseits hat die Stadt Darmstadt entschieden, in der Lincoln-Siedlung als erstem großen neuen Wohnquartier die Vision eines nachhaltigen Mobilitätskonzepts umzusetzen, welches auf eine Vielfalt an multimodalen Angeboten setzt und die Menschen in die Lage versetzen soll, ihre Mobilität mit einem Minimum an Kfz-Verkehr abzuwickeln.

Was soll erreicht werden?

Übergeordnetes Ziel des Forschungsvorhabens ist es, die Handlungsoptionen zur Transformation urbaner Mobilität im Sinne von Nachhaltigkeit, Klimaschutz und dem Abbau sozial-ökologischer Ungleichheiten in den Blick zu nehmen und dabei mit einer vorrangig quartiersbezogenen Perspektive relevante Ergebnisse zu erzielen. Denn trotz zahlreicher sozialer und ökologischer Zielstellungen, scheitern viele städtebauliche Entwicklungen daran, die Mobilität grundlegend zu verändern und nachhaltiger zu gestalten.

Dabei sollen u.a. folgende Forschungsfragen beantwortet werden:

  • Was genau sind die Bedürfnisse der Menschen in Sachen Mobilität und welche alternativen Angebote zum privaten Pkw können sie dabei sinnvoll unterstützen?
  • Wie kann Infrastruktur in Städten so gestaltet werden, dass eine umwelt-, stadt- und sozialverträgliche Mobilität realisiert werden kann?
  • Wie wirken sich die Angebote auf das Mobilitätsverhalten aus? Wie werden sie akzeptiert? Was muss ggfs. ergänzt / angepasst werden?
  • Welche Kräfte unterstützen oder behindern die angestrebte Entwicklung?

Die gewonnenen Erkenntnisse sind Grundlage für die Entwicklung von Konzepten, die über die Grenzen der Lincoln-Siedlung hinaus übertragbar sind. Sie sollen z.B. ganz unmittelbar in die zukünftige Entwicklung des Ludwigshöhviertels einfließen und können zugleich Vorbild für andere Städte sein.

Was ist das Besondere an der

Lincoln-Siedlung?

Das Darmstädter Reallabor Lincoln-Siedlung  liegt am südlichen Rand der Kernstadt nur ca. 3 km entfernt zur Innenstadt sowie zum südlichen Stadtteil Eberstadt. Auf der ehemaligen Housing-Area der amerikanischen Streitkräfte soll auf knapp 25 ha Wohnraum für bis zu 5.000 Menschen entstehen.

In der Lincoln-Siedlung wurden von Beginn an Verkehrsplanung, Stadtentwicklung / Städtebau, Nutzungsstrukturen, Freiraum und die Ansprüche urbaner und nachhaltiger Mobilität zusammengeführt. Das entwickelte Mobilitätskonzept des autoreduzierten Wohnens ist verbunden mit der Herstellung von weniger Kfz-Stellplätzen als in Darmstadt üblich und beinhaltet die Entkopplung von Wohnen und Parken. Das bedeutet, dass nur Menschen, die einen Stellplatz benötigen, ihn anmieten können. Im öffentlichen Raum dominiert die Aufenthaltsfunktion, eine flächensparsame Kfz-Verkehrserschließung und eine Vielfalt an Mobilitätsangeboten  von Beginn an.

E-Car-Pooling

Was wurde bereits umgesetzt?

Schon heute stehen den derzeit etwa 1000 Bewohnerinnen und Bewohnern Angebote zur Verfügung, die den Verzicht auf den privaten Pkw erleichtern:

  • Eine neue Straßenbahn-Haltestelle „Lincoln-Siedlung“ als Ergänzung zu der bereits bestehenden Straßenbahn-Haltestelle „Marienhöhe“ (drei Straßenbahnlinien), fußläufig gut erreichbar
  • Mehrere CarSharing-Fahrzeuge des örtlichen Anbieters (inkl. sog. „CityFlitzer“)
  • E-CarPooling-Fahrzeuge  für Bewohnerinnen und Bewohner (inkl. 4 Stunden / Woche kostenfreie Nutzung)
  • Bike-Sharing-Fahrzeuge des örtlichen Anbieters
  • Kostenfreies  E-Lastenradverleihsystem „Heinerbike“
  • Kostenloser und individueller Beratungsservice („MobiCheck“) zum eigenen Mobilitätsverhalten (Faktor: Kosten und Zeit) vor Ort in der Mobilitätszentrale

Wie wird vorgegangen?

Den Bewohnerinnen und Bewohnern der Lincoln-Siedlung kommt im Projekt QuartierMobil eine besondere Rolle zu.  Sie haben dabei die Möglichkeit, sich direkt einzubringen und Anregungen, Vorschläge oder auch Kritik dahingehend zu geben, was die Menschen in Bezug auf ihre Mobilität bewegt bzw. wie das Mobilitätskonzept Einfluss auf eine nachhaltige Mobilität bzw. auf ihre eigene Mobilität nehmen kann.

Die Anforderungen der Bevölkerung an das Quartier werden wissenschaftlich erfasst – über Befragungen / Interviews mit Schlüsselakteuren sowie über Beteiligungsveranstaltungen unterschiedlicher Formate. So wurde beispielsweise im Herbst 2019 durch die Goethe-Universität Frankfurt eine Befragung in der Bewohnerschaft durchgeführt. Die gewonnen Erkenntnisse werden genutzt, um die Lincoln-Siedlung in puncto Mobilität noch weiter voranzubringen und attraktiver zu machen.

Über den sog. Mobilitätsbeirat sind die Projektentwickler und Eigentümer der Lincoln-Siedlung eingebunden. Hier werden u.a. die Kriterien für die Stellplatzvergabe beschlossen und es kann Einsicht in die Finanzierung des Mobilitätsmanagement genommen werden.

Wie können sich Interessierte einbringen?

Derzeitige und zukünftige Bewohnerinnen und Bewohner sowie alle an der Lincoln-Siedlung Interessierten können sich auf vielfältige Weise einbringen:

  • Im  Arbeitskreis Mobilität können sich alle derzeitigen und zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner über den Fortschritt der Entwicklung der Lincoln-Siedlung in Sachen Mobilität Informieren, Anregungen einbringen  und ggfs. Schwerpunktthemen setzen (2-3 Mal im Jahr)
  • Die  Nachbarschaftsrunde tagt monatlich und bietet die Möglichkeit, sich über aktuelle Projekte und Maßnahmen rund um die Lincoln-Siedlung zu informieren.
  • Beim alljährlichen Sommerfest auf Lincoln kann – z.B. über „Probierangebote“ – das Mobilitätskonzept „getestet“ werden und auch hier können Anregungen eingebracht werden.

Im Frühjahr / Frühsommer 2020 ist in der Lincoln-Siedlung ein Aktionstag rund ums Fahrrad geplant, wo nicht nur über aktuelle Entwicklungen und Angebote informiert wird, sondern auch spielerisch das Umfeld mit dem Fahrrad erkundet werden kann und Kinder und Erwachsene in der Nutzung des Fahrrads als Alltagsverkehrsmittel unterstützt werden.

Aktuelles

24. März 2020

AK Mobilität in der Mobilitätszentrale auf Lincoln,
Franklinstraße 2

Achtung: aus aktuellem Anlass wurde der AK Mobilität am 24.3. abgesagt

3. September 2019 18 Uhr

AK Mobilität in der Mobilitätszentrale auf Lincoln,
Lincolnstraße 2

17. August 2019 ab 15 Uhr

Sommerfest auf Lincoln

Links


Kontakt

Sie haben eine Frage oder möchten etwas zum Projekt QuartierMobil mitteilen? Dann wenden Sie sich an die unten aufgeführten Ansprechpartner.

Gisela Stete

StetePlanung

Sandbergstraße 65
64285 Darmstadt

E-Mail: kontakt@steteplanung.de
Telefon: +49 (0)6151 65233

Astrid Samaan

Mobilitätsamt Darmstadt

Abteilung Konzeptionelle Mobilitätsplanung
Bessunger Straße 125-127, Gebäude C
64295 Darmstadt

E-Mail: mobilitaet@darmstadt.de
Telefon: +49 (0)6151 132820